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Jul 14 2016

Brexit- Entscheidung: Wie geht es weiter?

London

Nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union herrscht bei Investoren und Anlegern große Unsicherheit. Als Reaktion auf diese Unsicherheit ziehen viele ihr Geld zurück.

Eine direkte Folge stellt die sofortige Abwertung des Pfund Sterling dar, der auf ein 31- Jahres-Tief abstürzte. Aber auch die Auswirkungen auf den britischen Immobilienmarkt sind bereits sehr groß: Mehrere britische Immobilienfonds mit einem Gesamtvolumen von rund 15 Milliarden Pfund (ca. 18 Milliarden Euro) haben die Rückgabe von Fonds-Anteilen eingestellt, so dass Anleger bis auf weiteres nicht an ihr Geld kommen. Aus Angst vor sinkenden Immobilienpreisen und Renditen gaben viele Investoren ihre Anteile zurück, doch dies brachte die meisten Immobilienfonds in einen Liquiditätsengpass, so dass sie ihre Immobilien nicht so schnell verkaufen können, wie die Investoren ihr Geld zurückhaben wollen.

Ein anderer Fondanbieter reagierte anders auf die Kapitalflucht: Der Aberdeen Fund Managers friert seinen Fonds mit einem Volumen von 680 Millionen Euro nicht ein, sondern machte die Rückgabe von Anteilen durch eine drastische Abwertung von 17 Prozent der Anteilsscheine höchst unattraktiv.

Das Einfrieren von Fonds ist als ein „Sicherungsschalter“ gedacht, aber die dadurch ausgelöste Stimmung könnte zu einer Negativspirale führen, zu vergleichen mit der letzten Finanzkrise.

„Dass einige Immobilienfonds die Rückgabe von Anteilen temporär ausgesetzt haben, hat sicherlich Erinnerungen an die Finanzkrise 2007/2008 geweckt.“

 Holger Achnitz, Leiter des Devisenhandels der Citigroup in Deutschland

Zudem hat das Brexit-Votum die Angst vor fallenden Gebäudepreisen und Mieten erhöht, so dass deutliche Herabwertungen von Immobilienportfolios drohen. Experten erwarten, dass der Wert von Büroimmobilien um bis zu 20 Prozent fallen könnte.

Auch deutsche offene Immobilienfonds sind mit einem Anteil von 10 Prozent (über die gesamte Branche gesehen) ebenfalls in Großbritannien engagiert. Dabei konzentrieren sich die meisten Investments deutscher Fonds auf London, das sich seit Jahren zu einem Magnet für internationale Investoren entwickelt hat. Im Falle von sinkenden Preisen und Mieten würde sich dies ebenfalls negativ auf die Werte der Immobilien in deutschen Fonds auswirken und somit die Rendite schmälern. Dies könnte viele Anleger dazu bringen ihre Fonds-Anteile ebenfalls zu verkaufen. Könnte ein solch Krisenähnliches Szenario für deutsche Immobilienfonds zu einer ernsthaften Bedrohung werden?

Laut Experten seien Rückgaben im großen Ausmaß nicht zu erwarten, da nach der letzten Krise die gesetzlichen Regeln für offene Immobilienfonds radikal verändert wurden: Zum einen wurden lange Kündigungsfristen eingeführt, so dass Fondsanleger mindestens zwölf Monate im Voraus mitteilen müssen, wenn sie Fondsanteile veräußern möchten. Dies verschafft den Gesellschaften einen zeitlichen Puffer, um für genügend Liquidität zu sorgen. Für Neukunden wurde außerdem eine zweijährige Haltefrist eingeführt.

 „ Bei unseren Immobilienfonds mit signifikanten Anteilen von Objekten in Großbritannien spüren wir kein geändertes Kundenverhalten. Es werden keine Anteile auf Grund des Brexits zurückgegeben.“

Torsten Knapmeyer, Chef des Fondsmanagements von Deka Immobilien

Zum anderen verfügen deutsche Fondsgesellschaften zurzeit über genügend Geld. Allein zwischen Januar und April 2016 flossen insgesamt 2,8 Milliarden Euro in deutsche Fondgesellschaften. Um mit den Investitionen nachzukommen, verzichten viele Gesellschaften sogar auf Neukunden.

Die Folgen des Brexit sind weitläufig und nicht ganz genau abschätzbar. Eines ist jedoch sicher: Solange keine endgültige Entscheidung über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union fällt, wird die große Unsicherheit weitere Investitionen verhindern, was wiederum die Inflation durch die Abwertung des Pfunds verstärken und die Kaufkraft der Haushalte verringern wird. Dies hätte zu Folge, dass sich das britische Wirtschaftswachstum erheblich verlangsamen und die Arbeitslosigkeit ansteigen würde.

Aber wie in jeder Krise gibt es auch neue Möglichkeiten: Der Finanzdienstleistungssektor arbeitet zurzeit dank des sogenannten Passes von London aus mit dem Rest der Europäischen Union. Wenn diese Sonderregelung aufgehoben wird, könnten sich viele Banken dazu entscheiden, einen Teil ihrer Geschäfte in der Rest der Europäischen Union zu verlagern, was wiederrum zahlreiche Chancen für andere Länder bedeuten könnte.

Auch deutsche Städte wie Berlin oder Frankfurt rücken bereits jetzt in den Fokus von Investoren und Projektentwicklern. Mit dem abwandern von qualifizierten Arbeitskräften in Metropolen wie beispielsweise Berlin, würde sich die Nachfrage nach Wohn- und Büroräumen zusätzlich erhöhen und die Preise wiederrum nach oben treiben.

Auch wenn dies eine vermeintliche Chance bietet, ist es auch mit Herausforderungen verbunden: Zurzeit herrscht ein enormer Mangel an Wohnraum. Es fehlen derzeit 1 bis 1,2 Millionen Wohnungen, so dass pro Jahr fast 450.000 neue Wohnungen gebaut werden müssten. Der Markt hat diese Entwicklung bereits erkannt mit einer steigenden Bautätigkeit reagiert. Aber in den beliebten Top-Lagen wird der Bauplatz immer knapper, so dass vermehrt B-Lagen in den Fokus vieler Investoren rücken. Zahlreiche deutsche Städte wie Lüneburg, Paderborn, Bonn oder Leverkusen zählen zu den sogenannten „Hidden Champions“. Faktoren wie Wirtschaftswachstum, Beschäftigungsentwicklung, Wanderungssaldo sowie die Anzahl der Baugenehmigungen und die Leerstandsquote machen diese Regionen für Immobilieninvestoren und Kapitalanleger besonders attraktiv.

Aufgrund der aktuellen Situation müssen Investoren sich auftuende Möglichkeiten erkennen und in bisher weniger bekannte Regionen investieren, die sogar ein besseres Risiko-Chancen- Verhältnis bieten und mit attraktiven Renditen überzeugen.

 

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